Werk tanne

1 Verwaltung, Kantine, Küche

2 Werkstätten, Kraftwerk,                   Kohlebunker, Wäscherei

3 Brand- und Sprengplätze

4 Verwaltung, Lager

5 Säureverarbeitung, Nitrierung (TNT Herstellung)

6 Bomben- Granaten und Minenfüllerei, Lagerbunker für Fertigmunition, Versand

7 Werkschutz, Feuerwehr, Haupt-Pumpen,  Kraftwerk, Kohlebunker

8 Labors, Säure-Aufarbeitung

9 Lagerbunker für Fertigmunition, Rauchbombenproduktion

10 Klärteich

 

Ab dem Jahr 1933 ließen die Nationalsozialisten Pläne für Sprengstoffabriken erstellen. Clausthal-Zellerfeld bot dabei einen perfekten Standort. Nicht nur war es durch seine Lage im Oberharz, und somit in der Mitte des Reiches, hervorragend gelegen, auch war die Arbeislosenrate in den 20er-Jahren durch das Zechensterben ungemein hoch, weshalb sich mit der Ansiedlung des neuen Indurstriegebietes ungeahnte Möglichkeiten der Arbeitsplatzbeschaffung boten. Zusätzlich schützte die dichte Bewaldung das Werk vor feindlichen Blicken aus der Luft.

 

Zwei Jahre später wurde das Gelände von einer Tarnfirma des Heereswaffenamtes erworben, mit dem Bau begann man umgehend. 1938 erfolgt die Fertigstellung des "Werkes Tanne", welches der Deckname der Munitionsfabrik werde sollte. Die Produktionsaufnahme erfolgt drei Monate vor Beginn des ersten Weltkrieges.

 

 Die Geheimhaltung des Standortes hatte oberste Priorität, wäre das Werk doch sofort von feindlichen Mächte bombadiert worden.


Die Geheimhaltung des Standortes hatte oberste Priorität, wäre das Werk doch sofort von feindlichen Mächte bombadiert worden. Aus diesem Grund wurden sämtliche Dächer mit Erde versehen und  mit immergrünen Gewächsen bepflanzt. Freiflächen überspannte man mit Tarnnetzen. Aus der Luft betrachtet ergab sich ganzjährig das Bild eines einheitichen Waldes. An- und Abtransporte erfolgten über Nacht.

Bis '44 ging der Plan der Nationalsozialisten auf. Dies änderte sich nach der Invasion der Alliierten in der Normandie. Ausgangsbasen für Erkundungs- und Bombardierungsflüge standen nun zur Verfügung. Auch ein vermehrtes Baumsterben aufgrund von Bodenverätzungen und die Explosion einer Nitrieranlage trugen letztendlich zu der Entdeckung und zehn minütigen Bombardierung des Geländes bei. Durch verschiedene Umstände (z.B. Rohstoffmangel und infolge dessen eine kurzzeitig eingestellte Produktion) richtete das Bombardement einen weitaus geringeren (Personen-) schaden an als es ansonsten der Fall gewesen wäre. Die Produktion des TNTs konnte nie wieder aufgenommen werden, stattdessen stieg man bis zur Besetzung des Werkes durch die Amerikaner auf die Befüllung von Bomben und Granaten um.

Die Britten, denen das Werk 1945 übergeben worden war, entkernten dieses beinahe vollständig und übergaben insbesondere die Produktionsanlagen an verschiedene Länder.


 

 Bis 1993 wurden Teile des Geländes von der Bundeswehr genutzt.

Hetzutage liegt das gesamte Gelände, abgsehen von einigen wenigen Schuppen an der Westseite des Areals und einem Klärteich, dem einige ursprüngliche Gebäude weichen mussten, komplett brach. Zum Teil sind die Bauten noch gut ersichtlich und begehbar, an anderen Stellen kann man nur noch anhand der in den Himmel aufragenden und mittlerweile fast vollständig überwucherten Gesteinsberge erkennen, dass sich an dieser Stelle einst ein Gemäuer befand. Je östlicher man sich bewegt, desto weiter forgeschritten ist die Rückeroberung durch die Natur. Dennoch handelt es sich bei "Werk Tanne" um die einzig verbleibende Sprengsofffabrik des dritten Reiches.

 

 

Nicht zu vernachlässigen ist die anhaltende Bodenverschmutzung. In einer nahe gelegenen Kleinstadt musste aufgrund von Schadstoffen im Wasser, welche nachweislich aus dem Werk stammten, die Trinkwassergewinnung eingestellt werden. Auch in umliegenden Gewässern wird nach wie vor TNT gefunden. Versuche der Neutralisation laufen.

 


Quellen: http://www.morr-siedelsbrunn.de/wkii/sprengstofffabrik-werk-tanne/; https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/braunschweig_harz_goettingen/Werk-Tanne-Auf-der-Spur-der-Goldkoepfchen,werktanne100.html 

Bilder vom: 01.05.2018, 02.05.2018, 06.10.018


Unsere Bewertung: 5

 

Schwierigkeitsgrad: 1