Continental-Werk Limmer



Als die Firma „Hannoversche Gummikamm Fabrik“ 1833 expandierte und neues Kapital erlangte, wurde das Produktionsangebot erweitert. Produziert wurden von nun an nicht mehr nur noch Dinge wie Gummikämme, Schmuck und andere Industrieprodukte, sondern zusätzlich auch Schreibmaschinenwalzen und Puppen sowie Fußbodenbeläge.


Die Größe des alten Gebäudes reichte jetzt nicht mehr aus, und so wurde das Gelände in Limmer errichtet und 1897 bezogen, wobei der markante Turm, der bis dahin als Wasserturm genutzt worden war, bereits existierte.

Die Gebäude wurden über Jahrzehnte hinweg errichtet. 1898 entstand der Verwaltungsbau und 1905 wurde es durch ein über einen Torbogen angrenzendes Direktionsgebäude ergänzt. Von 1920 bis 1922 kamen desweiteren zwei fünfstöckige Fabrikgebäude dazu. Die Produktion weitete sich auf medizinische Artikel und Fahrrad- sowie Autoreifen aus.


1928 wurde aufgrund einer Absatzkrise eine Allianz zwischen den in Hannover und Umgebung ansässigen Unternehmen gegründet: Continental entstand.

Die Produktion lief hauptsächlich auf die von Gummiprodukten hinaus.


Im zweiten Weltkrieg kam auch dieses Gelände nicht ohne gewaltige Schäden durch Bomben davon, auch wenn man vorher versucht hatte, die Produktion durch Zwangsarbeiter auf Untertagestollen zu verlegen, um sich vor den Bombenangriffen zu schützen.

Frauen aus dem nahgelegenen Konzentrationslager wurden gezwungen, Gasmasken herzustellen.


Ab den 50er Jahren wurde die Produktion wieder aufgenommen.

1999 zog Continental jedoch nach Stöcken um und überließ das Gelände somit sich selbst.


Heute wird darüber diskutiert, ob auf dem ehemaligen Contigelände ein Wohnquatier unter dem Namen „Wasserstadt Limmer“ errichtet werden soll. Einige Teile des ursprünglichen Gebäudes wurden bereits abgerissen, auch wenn ansonsten noch nichts weiter geschehen ist. Dies könnte auf die Konflikte zurückzuführen sein, die aufgrund der Frage nach dem Erhalt der leider nicht denkmalgeschützen Gebäude existieren.

Durch die andauernden Streitereien fühlte sich lange Zeit keiner so wirklich dazu verpflichtet, das Gelände ernsthaft zu sichern, weshalb es dauerhaft von Jugendlichen als Aufenthaltsort oder als Hundeausgehgelände genutzt wird. Inzwischen wurden die Maßnahmen zur Bewachung jedoch deutlich verschärft, nun schaut desöfteren die Polizei nach dem Rechten (auch in Zivil!) und zumindest wurden mal ein paar Schilder angebracht, die auf die akute Lebensgefahr hinweisen. Besonders da das Gelände ja nun mehr oder minder zur Baustelle geworden ist und Anfang des Jahres die Geschichte eines 26-Jährigen, der während einer Tour in einen vier Meter tiefen Schacht stürzte, durch die Medien kursierte, wurde dies wohl als nötig erachtet.

Bilder vom: 04.01.2017


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