NSA - Abhörstation

Prägend für das Stadtbild von Berlin ist der sogenannte "Teufelsberg" im Stadtteil Charlottenburg. Doch dieser künstlich aus Kriegstrümmern aufgeschüttete Hügel, der seinen Namen aufgrund des nahegelegenen Teufelssee erhalten hat, hat mehr zu bieten als Natur und Wanderwege.

Nach Beginn des Kalten Kriegs entdeckten die amerikanischen und britischen Besatzer, dass die Spitze des Teufelsberges, der damals den höchsten Punkt Berlins darstellte, die perfekte Grundlage für eine Abhöranlage bietete. Von dort oben aus ließen sich die Kommunikationssignale der sowjetischen Besatzungszone bestens überwachen.

Auf Diskretion wurde beim Bau der riesigen Türme der sogenannten "Field Station Berlin", die 1963 die ersten mobilen Installationen ersetzten und noch heute zu sehen sind, allerdings wohl nicht besonders geachtet. Die golfballähnlichen Antennenanlagen sind über weite Strecken zu sehen, heutzutage zum Beispiel auchganz wunderbar aus der Kuppel des Reichstages. Insgesamt gab es fünf Stück davon.

Zu Beginn wurde das 4,7 Hektar große Gelände vorrangig von der amerikanischen National Security Agency (NSA) genutzt, aber da die Station sich auf britischem Territorium befand, beanspruchten auch diese Besatzer ein Nutzungsrecht. Bereits 1957, also vor Errichtung der heutigen Anlage, agierten dort Aufklärungs- und Sicherheitsdienste.

Außerdem war das Gelände ein Teil des internationalen Spionagenetzwerks "Echelon", in dem sowohl die USA als auch Großbritannien vertreten waren. Damals diente das Netzwerk noch einzig der Überwachung Russlands und der Sowjetunion, heute hat sich das Aufgabenfeld auch auf Bekämpfung von Terrorismus und Drogenhandel und auf die Überbringung von diplomatischen Nachrichten ausgeweitet.

Das Ende des Kalten Kriegs und die Wiedervereinigung Deutschlands bedeutete letztendlich auch das Aus der Field Station. Sämtliche nutzlos gewordene Elektronik wurde entfernt und die Angestellten wurden abgezogen. Anstelle dessen wurde eine Radaranlage zur zivilen Luftüberwachung installiert, die bis 1999 genutzt wurde. Bereits ein Jahr vor der endgültigen Schließung gab es Entwürfe für eine eventuelle Nutzung als Hotel mit Spionagemuseum, Gaststätte und vielem mehr, aber sie alle konnten aufgrund von Insolvenzanmeldung des Investors und Einwänden von Umweltschützern nicht umgesetzt werden.

Stattdessen sind die alten Gebäude weitestgehend erhalten geblieben und können heute für 8 Euro Eintritt mehr oder weniger eigenständig besichtigt werden. Für sieben Euro mehr gibt es außerdem eine historische Führung. Die Filmindustrie hat die geschichtsträchtige Field Station und ihre Vergangenheit ebenfalls für sich entdeckt, weshalb sie in vielen neuen Filmen und Serien zu bewundern ist. Ganz so "lost" ist dieser Lost Place inzwischen also vielleicht nicht mehr unbedingt, aber ein Besuch ist trotzdem zu empfehlen!

Quelle: http://www.abandonedberlin.com/2015/01/teufelsberg-nsa-spy-field-station-berlin.html

Bilder vom 22.04.2017


Unsere Bewertung: 3

 

Schwierigkeitsgrad: 1/5

(mit gültigem Ticket sehr einfach, ohne drohen hohe Strafen)