Metallhütte

 Bis 1990 herrschte in den damals noch deutlich zahlreicheren Gebäuden der VEB Berliner Metallhütten und Halbzeugwerke noch reges Treiben; bis zu 2300 Mitarbeiter stellten im Dreischichtendienst zahlreiche Matallerzeugnisse von Bleilegierungen bis hin zu Platinnetzen her, die Hoch- und Schmelzöfen wurden zu keiner Zeit kalt. Sogar eine betriebseigene Zeitung wurde in regelmäßigen Abständen herausgebracht, und sogar eine Kindertagesstätte und ein Ferienlager für den älteren Nachwuchs der Angestellten gab es. Schließlich sorgten jedoch die Wende und Wiedervereinigung dafür, dass das vierzigjährige Jubiläum der Werkstätte nie gefeiert werden konnte...

 

Wie die Kennzeichnung "VEB" bereits vermuten lässt, handelte es sich bei den Metallhütten um einen volkseigenen Betrieb der DDR. Am ersten Tag des Jahres 1951 aus anderen, bereits verstaatlichten Betrieben gegründet, unterstand es direkt dem ostdeutschen Ministerium für Schwerindustrie. Im Zuge von dessen Auflösung, musste auch im Werk in fast jeder Abteilung der Betrieb eingestellt werden. Bis heute bleibt der Großteil der brachgelegten Fläche ungenutzt und bis auf einige Abrissarbeiten, einen Zaun und die obligatorischen Graffiti heimlicher Besucher wurde bisher noch nichts am Gesamtbild geändert.

Einer dieser sonderbaren Orte ist der Volkseigene Betrieb (VEB) Berliner Metallhütten und Halbzeugwerke. Das Industrieunternehmen entstand am 1. Januar 1951 als Zusammenschluss mehrerer verstaatlichter Betriebe. Der ehemalige VEB war dem Ministerium für Schwerindustrie der DDR unterstellt.

Die Berliner Metallhütten und Halbzeugwerke beschäftigten bis zu 2300 Mitarbeiter. Das Gelände erstreckte sich am Spreeufer über die Ortsteile Oberschöneweide (Bezirk Köpenick) und Niederschöneweide (Bezirk Treptow). Traurige Berühmtheit erlangte die Fabrik wegen ihrer massiven Umweltbelastung. Die Schmelzöfen pumpten Abgase in die Luft und Kühlwasser verunreinigte die Spree. Nach der Wiedervereinigung stellte der VEB im Juli 1990 den Betrieb ein.

– Quelle: http://www.berliner-kurier.de/23508752 ©2017

Trotzdem kann man nicht wirklich behaupten, die Gebäude würden leer stehen. Wie wir selbst bei unserem Besuch festgestellt haben, nutzt die ansässige Jugend besonders die Ruine des 1950 errichteten Kulturhaus "Ernst Schneller", welches nach einem 1933 von den Nationalsozialisten verhafteten Kommunisten und Bildungspolitiker benannt ist, als Treffpunkt. Ganz so glamourös wie die Veranstaltungen und Preisverleihungen, die das Haus zu seiner Blütezeit beherbergt hat, sind ihre Versammlungen sicherlich nicht mehr, aber dem Anschein nach ist die Ruhe und Privatsphäre, die sie dort genießen, schon ausreichend. Nicht einmal die anliegenden Nachbarn werden gestört.

 

Aber nicht nur diese direkte Nutzungsmöglichkeit bringt den Jugendlichen einen Vorteil, sondern auch ein indirekter Umstand: über Jahre verschmutzten die Metallhütten das Wasser der Spree, die direkt hinter dem Werksgelände fließt, stark. Grund dafür waren nicht nur die unvermeidbaren Abgase aus den Öfen, sondern auch Kühlwasser, welches dem Fluss erst entnommen und dann mit Metall- und Salzresten verunreinigt einfach wieder in das Gewässer eingeleitet wurden. Die Schließung des VEB Berliner Metallhütten und Halbzeugwerte erweitert die Stadt also nicht nur um eine wunderschöne Ruine, sondern erspart ihr auch noch größere Umweltschwierigkeiten.

Quelle: Wikipedia (leider...)

Bilder vom: 23.04.2017


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